Brustzentrum Villach

Landeskrankenhaus Villach
Nikolaigasse 43, 9500 Villach
Tel: +43 (0)4242 208 62121
Privatklinik Villach
Walter-Hochsteiner-Str. 4, 9504 Villach
T +43 (0) 4242 / 30 440

Diagnose

Eine Basismammographie sollte mit 35 Jahren erfolgen, weitere Vorsorgeuntersuchungen dann im 1 bis 2 Jahresrhythmus (in Abhängigkeit des Befundes und der familiären Brustkrebsbelastung). Bei Frauen mit hohem familiären Brustkrebsrisiko sollte die erste Mammographie fünf Jahre vor dem Erkrankungsalter der jüngsten betroffenen Verwandten gemacht werden - mit weiteren jährlichen Kontrollen.  Das bedeutet, wenn eine Frau in der Familie eine Verwandte hat, bei der Brustkrebs im Alter von 33 Jahren auftrat, so sollte bei ihr die erste Mammographie im Alter von 28 Jahren durchgeführt werden.

Klassifikation nach BIRADS

Jeder Mammographiebefund enthält die international anerkannte Klassifikation nach BIRADS (Breast Imaging Reporting And Data System):

  • 0       Weitere Untersuchungen sind nötig
  • 1 - 2 Gutartiger Befund
  • 3       Wahrscheinlich gutartiger Befund, Kontrolle in 6 Monaten
  • 4       Unklarer Befund, Gewebeprobe nötig
  • 5       Mit hoher Wahrscheinlichkeit bösartig, Gewebeprobe nötig
  • (6)     Krebs wurde bereits histologisch gesichert

Mammographie

Die Mammographie, das Röntgen der Brust, stellt nach wie vor die sicherste Methode zum Auffinden von Mikrokalk dar, wobei Mikrokalk in den meisten Fällen im Rahmen von gutartigen Veränderungen auftritt. Er kann aber auch das erste Zeichen für ein sehr kleines Karzinom sein.

Im LKH Villach kommt  ein digitales Mammographiegerät zum Einsatz, welches im Vergleich zu konventionellen Geräten eine erhöhte Bildqualität bei gleichzeitig reduzierter Strahlendosis bietet. Alle Mammographieaufnahmen werden ausschließlich von speziell dafür regelmäßig geschulten radiologischem Fachpersonal und unter Berücksichtigung aller strahlenhygienischen Maßnahmen angefertig. Es werden in der Regel zwei bis drei Bilder pro Brust angefertigt, wobei bei jungen Frauen aus strahlenhygienischen Gründen oft eine Ebene pro Brust ausreichend ist.

Die Brust ist ein strahlensensibles Organ, allerdings wird das durch mammographische Untersuchungen bedingte Krebsrisiko bei Weitem überschätzt und nicht selten werden Patientinnen stark verunsichert: Unter Annahme von jährlich durchgeführten Mammographien ab dem 40. Lebensjahr, erhöht sich das theoretische Risiko während des gesamten Lebens an Brustkrebs zu erkranken von 9,3 (natürliche Inzidenz) im ungünstigsten Fall auf 9,32 bis 9,4.

Mammazertifikat

Das Zentralröntgeninstitut (ZRI) des LKH Villach ist seit 2005 mit dem Mammazertifikat der Österreichischen Röntgengesellschaft ausgezeichnet. Die Mamma-Diagnostik dient dem Erkennen und der Abklärung von pathologischen Veränderungen in der weiblichen Brust und umfasst an unserem Institut die gesamte
Untersuchungspalette:

  • Ultraschall
  • Mammographie
  • MR-Mammographie
  • Perkutane Biopsieverfahren
  • Präoperative Lokalisation und Präparatradiographie
  • Milchgangsdarstellung (Galaktographie)
  • Interdisziplinäres Mammakonsilium

Mammakonsilium

Im Rahmen eines wöchentlich stattfindenden interdisziplinären Konsiliums treffen sich Spezialisten aus den Fachgebieten

  • Gynäkologie,
  • Pathologie und
  • Radiologie 

um für jede Patientin ein individuelles, risikoadaptiertes Therapiekonzept zu entwickeln.

Sowohl vor als auch nach der Operation (Prä- bzw. Postoperative Konferenz) wird der Behandlungsplan für jede Brustkrebs-Patientin besprochen. Dieser Vorschlag wird dann mit der Patientin vom behandelnden Arzt abgestimmt.
 

Sonographie (Ultraschall)

Die Sonographie (Ultraschall) wird im LKH VIllach ergänzend zu jeder mammographischen Untersuchung angeboten. Sie ist vor allem eine ausgezeichnete Methode zur Beurteilung von dichtem Drüsengewebe, auch Cysten lassen sich sehr gut damit darstellen.

Außerdem ist sie aufgrund der fehlenden Strahlenbelastung eine empfehlenswerte Methode zur Untersuchung von jungen Frauen.

Magnetresonanztomographie

Die Magnetresonanztomographie der Brust (MRM, MR-Mammographie) ist das neueste Brustuntersuchungsverfahren. Sie ist eine Untersuchung ohne Strahlenbelastung und hat die höchste Empfindlichkeit zur Detektion von Brustveränderungen. Sie wird bei speziellen Fragestellungen ergänzend zur Mammographie eingesetzt, außerdem ist sie sehr gut zur Überwachung von Patientinnen mit familiärem (genetisch bedingtem) Brustkrebsrisiko geeignet.

Perkutane Biopsie (Stanze)

Zur Abklärung unklarer bzw. verdächtiger Veränderungen in der Brust muss eine Gewebeprobe entnommen werden. Das geschieht entweder durch die sonographisch gezielte Stanzbiopsie oder die mammographisch gezielte Vakuumbiopsie (Mammotomstanze). Beide Verfahren erfolgen unter lokaler Betäubung.

Pathologischer Befund

Die Pathologie ist ein wichtiger Teil des interdisziplinären Teams eines Brustzentrums. Der Pathologe untersucht sowohl die Gewebeproben, die bei der Stanzbiopsie – bei der Mammotomstanze oder der ultraschallgezielten Stanze – gewonnen wurden als auch die Gewebeproben, die bei einer Operation durch die Gynäkologen entnommen wurden. Vom histo-pathologischen Befund ist die weitere Behandlung abhängig.

Im Brustzentrum Villach wird auf brusterhaltende Operationen Wert gelegt. Es ist jedoch wichtig, das Tumorgewebe vollständig zu entfernen und auch eine Art „Sicherheitsabstand“, zum Resektionsrand einzuhalten. Durch die mikroskopische Untersuchung kann festgestellt werden, ob die Resektion mit entsprechendem Sicherheitsabstand erfolgte, also keinerlei Tumorreste zurück geblieben sind.

Ebenso wird der bereits erwähnte Wächterlymphknoten vom Pathologen genauestens auf kleinste Metastasen untersucht. Wenn keine Tumorabsiedelungen zu erkennen sind, müssen weitere Achsellymphknoten nicht entfernt werden. Der Pathologe bestimmt auch den Hormonrezeptor- und HER2Neu-Status. Das Ergebnis der Untersuchungen ist entscheidend für die weitere Therapieplanung.